• Blick in die Rega-Kommandozentrale

Blick in die Rega-Kommandozentrale

20.07.2017    

Nach der Flughafenbesichtigung im Vorjahr nun eine Führung durch die Rega: Der Klotener HEV zeigte seinen Mitgliedern, wie die fliegenden Ärzte arbeiten.

Vier Führungen in zwei Tagen mit je 35 Teilnehmern. Bei mehr als 1900 Mitgliedern der Hauseigentümer-Verbandssektion Kloten war die Nachfrage auf ein kostenloses «Eintrittsticket» einmal mehr grösser als das Angebot. Um es vorwegzunehmen: Die Gäste kamen mit dem Rundgang durch den Hangar und dem Blick in die Einsatzzentrale voll auf ihre Rechnung. Denn die Rega-Repräsentantinnen Nicole Widmer und Caroline Venezia verstanden es ausgezeichnet, ihren Arbeitgeber und dessen weltweite Mission im besten Licht zu präsentieren.

Jeder von uns kann Opfer eines Unfalls werden, an einer gefährlichen Krankheit leiden und darum auf die Hilfe von fachkundigen Organisationen angewiesen sein. Die Rega mit Hauptsitz in Kloten und weiteren zwölf Stützpunkten im Land ist allerdings nicht irgendeine, sondern die Organisation, wenn es um die schnelle Bergung von Opfern geht. Denn sie garantiert gemäss ihrem Auftrag medizinische Hilfe aus der Luft unter Einbezug von Rettungssanitätern, Polizei und Feuerwehr. Primär hilft sie verunfallten Menschen, sekundär fliegt sie im Rahmen des Programms «Contadino» jährlich rund 1000 Einsätze für verletztes oder totes Vieh. Mit Beispielen wurde der Ablauf solcher Aktionen aufgezeigt, wobei sich schon bald nach Gründung der Rega 1952 durch den Arzt Rudolf Bucher (1899-1971) der Helikopter als das am besten geeignete Transportmittel erwies. Seit 1960 laufen die Rettungsaktionen über alle Grenzen hinweg mit dem Ziel, dem Patienten eine schnelle Rückkehr vom fremden ins hiesige Spitalbett zu ermöglichen.

Gönnerbeiträge statt Steuergelder

Die Eigenheim-Besitzerinnen und -Besitzer des HEV Kloten staunten über die Zahlen: An Spitzentagen fliegt die Rega rund 80 Einsätze, jeden fünften in der Nacht. 400 Ambulanzen stehen weltweit bereit. Jedes Jahr profitieren mehr als 10000 Menschen von dieser Dienstleistung. Die Piloten bringen es jährlich auf 4000 Flugstunden, was 65 Erdumrundungen entspricht, und reisen für Aus- und Weiterbildung auch nach Deutschland und Holland, um an Simulatoren jedes Ereignis durchzuspielen. Denn erklärtes Ziel jeder Mission ist es, innerhalb von 15 Flugminuten beim Patienten zu sein. Dass das nur mit einem eingespielten Team (Einsatzzentrale, Pilot, Notarzt, Sanitäter usw.) machbar ist, versteht sich von selbst. Die Rega erfreut sich im «Fussvolk» enormer Beliebtheit. Aktuell wird sie von fast 3,4 Millionen Gönnern unterstützt, was 62 Prozent aller Kosten abdeckt. Für den Rest stehen die Versicherungen und Krankenkassen der Patienten gerade. Damit erübrigt sich der Einsatz öffentlicher Gelder, was die 400 Beschäftigten zweifellos mit besonderem Stolz erfüllt. Rauchen, essen, trinken sind in der Rega-Kommandozentrale ein striktes Tabu. Aber der Sektionsvorstand um Präsident Henry Lehnherr und den Homepage-Verantwortlichen Franz Abplanalp ist um zündende Ideen offensichtlich nie verlegen: Auf den Heimweg gab es für jedes Mitglied HEV-«Verpflegungssäckli» mit Mineral, Biscuit, Schoggi, Sackmesser, Regenschutz, Gummibärli, Feuerzeug. 

Albert Fässler

Impressionen