• Herbstanlass des HEV Kloten: Wann fällt endlich der Eigenmietwert?

Herbstanlass des HEV Kloten: Wann fällt endlich der Eigenmietwert?

05.11.2019

Am Donnerstagabend, 10. Oktober 2019, fand im Zentrum Schluefweg die Herbstveranstaltung des Hauseigentümerverbandes Kloten statt. Hans Egloff, Nationalrat und Präsident HEV Schweiz und HEV Kanton Zürich, hielt einen Vortrag zum Thema Abschaffung des Eigenmietwerts.

Nachdem die Gäste das schmackhafte Stehbuffet im Foyer genossen hatten, wurden sie in den Stadtsaal gebeten. Dort wurden sie vom Präsidenten des HEV Kloten, Ralph Homberger, zusammen mit den Vorstandskolleginnen und –kollegen herzlich empfangen. Nach einer kurzen Begrüssung durch Ralph Homberger trat Hans Egloff ans Rednerpult, welcher das Publikum mit einigen witzigen Kommentaren gespickt in die Thematik der Abschaffung des Eigenmietwerts einführte.

Die Eigenmietwertbesteuerung wurde ursprünglich im Kanton Basel anfangs des ersten Weltkrieges eingeführt. Da jeder Kanton Truppen stellen musste, suchte die Kantonsregierung nach einer Geldquelle, die sie bei den Eigenheimbesitzern fand. Der Eigenmietwert wurde damals als zeitlich beschränkte Steuer eingeführt. Mittlerweile gibt es sie seit über 100 Jahren. Auf internationaler Ebene gibt es eine vergleichbare Steuer nur noch in Belgien und Luxemburg. In Deutschland und Österreich wurde diese Art der Steuer dagegen bereits in den 60er und 70er Jahren abgeschafft.

Gerade für ältere Leute im dritten Lebensabschnitt, deren Haushaltseinkommen spürbar geringer ist als während der Erwerbstätigkeit, ist der Eigenmietwert eine Ungerechtigkeit, meint Hans Egloff. Diese Leute hätten ein Leben lang gespart und eigenverantwortlich gehandelt, um sich ein Eigenheim leisten zu können. Sie sollen nicht mit der Eigenmietwertbesteuerung bestraft werden. Darum fordert der Hauseigentümerverband Schweiz die Abschaffung dieser Steuer. Dank diverser Volksinitiativen und Petitionen vom Hauseigentümerverband ist diese Forderung in Bundesbern bekannt und wird mittlerweile auch ernst genommen.

Zahlreiche Vorstösse sind gescheitert, weil der Hauseigentümerverband forderte, dass Unterhalts- und Schuldzinsabzüge erhalten bleiben sollen. Die Gegenseite warf dem Hauseigentümerverband vor, man wolle „den 5er und das Weggli inklusive Bäckerstochter“. Hans Egloff überzeugte darum seine Mitstreiter, dass man die Forderung auf die Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung reduzieren solle. Die Parlamentarier reagierten erstaunt darauf, dass der Hauseigentümerverband nicht länger auf die Beibehaltung der Abzüge pochte. Die Hauseigentümerseite erhielt dann plötzlich von unerwarteter Seite Unterstützung. Die Linke wendete ein, man müsse jungen Familien weiterhin den Schuldzinsabzug gewähren. Die Grünen wollen den Unterhaltsabzug beibehalten, damit die Hauseigentümer zu energetischen Sanierungen motiviert werden.

Der Ständerat hat nun endlich beschlossen, dass die Eigenmietwertbesteuerung abgeschafft werden soll. Unterhaltsabzüge will der Ständerat auf Bundesebene aber nicht mehr zulassen. Entscheidend ist jedoch, dass die Kantone die Abzüge weiterhin zulassen können. Hans Egloff ist sehr zuversichtlich, dass der Kanton Zürich die Abzüge etwa im heutigen Rahmen weiterhin zulassen wird. Es gibt jedoch zahlreiche Detailfragen, die noch geklärt werden müssen.

Wenn man von der optimistischen Variante ausgeht, könnten sich die Hauseigentümer frühestens ab 2021 über die Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung auf Bundesebene freuen, erläutert Hans Egloff. Die Umsetzung auf Kantonsebene wird später erfolgen. Wenn aber eine Volksabstimmung nötig wird, weil der Mieterverband mit der Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung nicht einverstanden wäre, dann wird sich die Umsetzung verzögern.

Zum Schluss des Referates rief Hans Egloff die Zuhörer auf, das Anliegen zu unterstützen. Dies ist zum Beispiel möglich, indem man Petitionen unterschreibt und nach Bern reist, um diese einzureichen. Das Anliegen kann auch durch die Mitgliedschaft im Hauseigentümerverband unterstützt werden, der als starker Verband auf nationaler Ebene etwas zu sagen hat.

Nachdem das angeregte Publikum Hans Egloff noch einige Fragen stellen konnte, überreichte ihm Ralph Homberger einen reichhaltigen Geschenkkorb. Dann wurde Hans Egloff mit Applaus verabschiedet.