• Sommeranlass HEV Kloten

Sommeranlass HEV Kloten

03.07.2018    

Am 19. und 20. Juni 2018 trafen sich über 135 Mitglieder und Begleitung zu einer Führung des Hauptbahnhofs Zürich.

In kleinere Gruppen aufgeteilt konnten verschiedene Stationen im Untergrund des Bahnhofs besichtigt werden. Vom Werdegang des Bahnhofs über die Architektur bis hin zur Logistik wurde alles durch die verschiedenen Führer vermittelt. Hier ein kleiner Einblick.

Der HB Zürich wurde als erster Bahnhof 1847 der Spanisch-Brötli-Bahn bekannt. Danach wurde der Bahnhof rasch zu klein und es wurden verschiedene Neubauten an den bisherigen angebaut. Den Unterschied kann man nach wie vor sehen.

1990 wurde der ZVV eröffnet und die Züge verkehrten im halbstunden Takt und der Ausbau kostete ~72 Mio Fr. 2014 kam die Durchmesserlinie dazu. Es wurden neue Brücken und Tunnels gebaut und die Kosten hierfür betrugen ~2 Mrd Fr.

Heute kann man sich kaum mehr ein Zugsverkehr ohne diese Infrastruktur vorstellen. Eine unglaubliche Logistik steht dahinter. Täglich frequentieren mehr als 400‘000 Passagiere den HB. Er wird als End- oder Durchgangsstation benutzt. Dank Elektronik ist die Bahnbetriebszentrale Ost nun im ehemaligen Gebäude der Skyguide am Zürich Flughafen untergebracht.

Heute sind die Gleise 3-18 im Sackbahnhof zu finden. Der SZU Bahnhof mit den Gleisen 21-22 am südlichen Rand im UG. Der Bahnhof Löwenstrasse, Durchmesserlinie unterhalb des Flusses Sihl mit den Gleise Nummern 31-34.
Der S-Bahnverkehr im Bahnhof Museumsstrasse mit den Geleisen 41-44.

In der alten Bahnhofshalle finden im Jahr 215 Profit und Nonprofit Veranstaltungen statt, je nachdem kosten dies bis zu ~53‘000.00 Fr. pro Tag. Trotz der hohen Kosten ist dieser Platz stets ausgebucht und sehr beliebt.

Einkaufen im „ShopVille“ wird seit 1970 mit dessen Eröffnung sehr geschätzt. Mittlerweile sind über 190 Läden im ganzen Bahnhofsgelände verteilt. Frühmorgens herrscht eine grosse Hektik, und täglich fahren rund 270 Lastwagen ins Untergeschoss und bringen Nachschub.

Die Logistik für die Geschäfte muss genau geregelt sein. Früh am Morgen herrscht eine perfekte Hektik und alle kommen sehr gut aneinander vorbei. Es gibt keine Lager, deshalb wird wie z.B. bei einem Grossisten sofort nach dem Bezahlen ein Input an die Zentrale gegeben damit ein Lastwagen genau die fehlenden Produkt bei der nächsten Lieferung mitbringt. Rund 270 Lastwagenfahrten fahren täglich im Untergeschoss aneinander vorbei und viele fleissige Hände sind stets besorgt, dass die Regale gefüllt sind.

Weit unter dem Bahnhof wird das Warm- und Kaltwasser aufbereitet. Strom kann selber erzeugt, und bei einem Komplettausfall können Fahrstühle bewegt sowie die Ladentüren geöffent werden.

Im alten Gebäude des Hauptbahnhofs befinden sich Geschenke von Niki de Sain Phalle mit der schwebenden Frauenfigur, (Schutzengel), von Mario Merz die Leuchtspiralen mit den Fibonacci Zahlen welche über der Südfront hängt oder die vergoldete Kugel im Hallenboden unter einer Plexiglasscheibe von Dieter Meier, welche erst in 100 Jahren geöffnet werden darf.

Haben Sie gewusst, dass der Hauptbahnhof auch als Kulisse für Filme benutzt wird?
So z.B. der Film „Emil und die Detektive“. Abends nach dem letzten Zug wurde das Perron in die 50er Jahre zurückversetzt, die alten Bänke und Plakate hingestellt sowie die Bahnhofsuhr aufgehängt, diese kann man heute im alten Bahnhofsteil sehen. Bei der täglichen Hektik der Passagiere wurde bei den wenigsten bemerkt, dass Teile der Kulissen während den Dreharbeiten tagsüber stehen blieben.

Am Schluss der Führung konnten wir noch eine 15 Minütige Präsentation/Film sehen, welcher nochmals viele Eindrücke unterstrich. Alles in allem eine wunderbare, interessante Führung und sehr empfehlenswert. Sicherlich werden Sie beim nächsten Halt im Zürcher Hauptbahnhof diesen mit anderen Augen sehen.

Sollten Sie über ein Smartphone verfügen, dann laden Sie doch das App „Mein Bahnhof“ herunter. Hier finden Sie viele wertvolle Tipps wie Sie sich im Hauptbahnhof zurechtfinden oder wo sich was befindet.

Info
Der Herbstanlass findet am 4. Oktober 2018 im Schluefweg statt, Einladung folgt.